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Dr. Bernhaut: "Gemeinsame Wohnung?" - oe3.ORF.at
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Braunes Sofa mit Zierkissen vor blau und braun gemusterter Wand (Bildquelle: Silenzio)

Dr. Bernhaut: "Gemeinsame Wohnung?"

Haben Sie etwas auf dem Herzen? Der Ö3-Lebenscoach Dr. Alexander Bernhaut ist für Sie da! Das Thema: "Gemeinsame Wohnung - Ja oder Nein?"


Entfall der Sendung vom 25. Jänner

Da Dr. Alexander Bernhaut erkrankt ist, entfällt die heutige Sendung! Anstelle von "Dr. Bernhaut live - der Ö3-Lebenscoach" hören Sie ab 22 Uhr "Liebe usw." mit Sylvia Graf.


Der Ö3-Lebenscoach

Montags live von 22 Uhr bis Mitternacht. Die Telefonnummer ins Ö3-Sendestudio: 0800/600 600 (kostenlos).

Frage

Sehr geehrter Dr. Bernhaut!

Ich (24) bin seit einigen Monaten mit meinem Freund zusammen und sehr glücklich. Seit langem fühle ich mich komplett geborgen und eine lange Phase an schlechten Gefühlen ist vorbei! Seit kurzem denke ich darüber nach, ob ich zukünftig mit meinem Partner zusammenziehen soll. Aber ich habe davor ziemliche Panik, weil ich noch nie mit jemandem zusammengewohnt habe. Können Sie mir hierzu Tipps geben?

Vielen Dank!
Melanie


Antwort

Liebe Melanie!

Ich bin Ihnen sehr dankbar für diese Frage, weil Sie einen enorm wichtigen Aspekt einer Zweier-Beziehung beinhaltet. Viele glückliche Paare wurden und werden nämlich, nachdem sie zusammengezogen sind, Schritt für Schritt eher unglücklich. Klarerweise ist das Miteinander-Wohnen bzw. -Leben nur ein möglicher Faktor einer Entzweiung, aber ein zum Teil unterschätzter. Oder anders ausgedrückt: viele Liebespaare überschätzen sich, indem sie gewisse "Vorkehrungen" für ein definitives Zusammenleben zu wenig Beachtung schenken. Und genau jetzt, Melanie, bin ich bei Ihnen und antworte ganz konkret:

1.) Versuchen Sie die vorhandene und durchaus wunderbare Euphorie im Bezug aufs Zusammenziehen ganz bewusst um einen "Hauch" zu drosseln.

2.) Wenn es Euch Beiden irgendwie möglich ist, nehmt/sucht Euch eine nicht zu kleine Wohnung. Die Option, sich zurückziehen zu können - jeder für sich - ist, vor allem nach Monaten des Zusammen-Wohnens, eine Art "psychohygienisches" Element für Beide! Stichwort: persönlicher Freiraum.

3.) Ob Sie es glauben oder nicht: Wohnung finden, eventuell neu einrichten, definitives Umziehen, sich neu einleben etc., kann enorm viel Substanz kosten, auch wenn das "Ziel" so schön ist. Ich war z.B. schon öfters Live-Zeuge in einem der großen Möbelhäuser, wo plötzlich während einer Möbelsuche Streitigkeiten zwischen Paaren entstanden.

4.) Typischerweise lernt man einen Menschen erst im Zusammenleben, während des sogenannten Alltags, wirklich oder zumindest "anders" kennen. Sprecht darüber im Vorhinein, das entschärft im gewissen Sinn mögliche negative Aha-Erlebnisse wie: "Sie: 'Hilfe, mein Freund hilft ja nie im Haushalt!'" oder "Er: 'Das darf es doch nicht geben. Meine Freundin ist sauer, dass hin und wieder mein bester Freund bei uns ist!'"

5.) Lassen Sie sich nicht verbiegen und versuchen Sie Ihren Freund nicht zu verbiegen. Verbiegen im Sinne von unbedingt ändern wollen, denn auch hier gilt: im gemeinsamen Haushalt neigen wir noch mehr dazu, unserem Partner das "eigene" Lebenssystem - nicht selten unbewusst - aufzuzwingen!

Trotz all dieser wichtigen Punkte: genießen Sie Ihre tolle Beziehung und wagen Sie das Projekt "Wir ziehen zusammen"; weil diese Erfahrung sicher nicht schaden kann.

Alles Gute für Sie, Alles Gute für Euch, Ihr Dr. Bernhaut


Der Ö3-Lebenscoach Dr. Alexander Bernhaut (Bild: Hitradio Ö3)






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